Maura MoralesTanzdokumentation Maura

#FILM, #SOUND

MAURA, Tänzerin und Exil-Kubanerin, feinfühlig erzählt in einer Dance Documentary von Manfred Borsch

Manfred Borsch wechselt zwischen den Genres Dokumentation und Tanzfilm. Der Zuschauer lernt die einzigartige Künstlerin kennen und das sich im Umbruch befindende Kuba und seine Soziokultur.

Studio GROSSE8
Leistung Drehbuchentwicklung, Redaktion, Filmplanung, Dreh, Motivgestaltung, Postproduktion, Sound
Award Portland Dance Filmfest, Experimental Dance Festival Toronto, Bogotá Music Video Festival, Seyr Festival

Was bedeutet Heimat für die Tänzerin Maura Morales?

Die mehrfach preisgekrönte Tänzerin und Choreografin Maura Morales (* 1977), floh im Alter von 17 Jahren aus ihrem Heimatland Kuba nach Europa. Heute lebt sie mit ihrem Mann, dem Musiker Michio Woigardt und Mitbegründer der Tanzkompanie Cooperativa Maura Morales, in Deutschland.

Nach einer zwölfjährigen Ausbildung in einem Tanz-Internat und der Aussicht auf eine erfolgreiche Karriere im Kubanischen Staatsballett setzte sie sich bei einer Gastspielreise in Wien ab und nutzte die Gelegenheit ein neues Leben zu beginnen. Ein Leben, das sie um die ganze Welt und immer wieder auch in ihre Heimat führt. An den Ort, an den ihre Familie und Freunde nach wie vor gebunden sind. Gilt sie dort als die erfolgreiche Deutsche, bleibt sie in Deutschland doch stets Kubanerin.

Welche Motive bewegen einen jungen Menschen dazu, sich ohne ersichtliche Not physisch von allem zu trennen und ins Ungewisse aufzubrechen?
Welche Bedeutung hat das Konzept Heimat für eine ruhelose Künstlerin wie Maura, wo und wann fühlt sie sich angekommen?

Mann geht über Strasse in Kuba
zwei Jungen sitzen auf marodem Balkongeländer in Kuba
leerer Bahnhof in Kuba

Kuba, von innen wie außen häufig ideologisch verklärt, durchläuft einen politischen Umbruch. Das Ende des sozialistischen Projekts wird vorausgesagt. Doch welche Menschen stehen hinter den medial verbreiteten Postkarten-Bildern von alten Autos, Zigarren und Che Guevara-Ikonografien? Und welche Auswirkungen hat eine Lockerung des US-amerikanischen Embargos?

Ausgehend von diesen individuellen Fragen begleitet der Film „MAURA“ die Protagonistin und ihren Ehemann nach Kuba. Er hört ihre persönliche und gemeinsame Geschichte und erlangt durch Tanz-Inszenierungen auf den Straßen Kubas einen Einblick in die aktuelle soziokulturelle Situation.

Maura nähert sich all ihren Fragen tänzerisch. Mit ihrem Körper erkundet sie feinfühlig die Nuancen menschlichen Zusammenlebens, für die Worte oft nicht reichen. Um eine Figur wie sie filmisch adäquat vor der ambivalenten Kulisse der kubanischen Gesellschaft zu portraitieren, wurde in „MAURA“ das Genre des Dokumentarfilms um die Gattung des Tanzfilms erweitert.

Maura Morales umarmt Kubaner
ein Junge sitzt auf einer maroden Türschwelle
CREDITS
Studio: GROSSE8
Creative Direction, DOP, Edit, Color: Manfred Borsch
Direction, DOP, Producing: Jacqueline Hochmuth
Konzeption und Realisation Grafikdesign: Harald Mönch
Musik: Michio Woirgardt
Sound-Design, Audioproduktion: Matthias Kulow, www.foxpopuli.de
Übersetzung: Lina Wilhelms
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